connecting ecosystems

“Make friends not art”
Urbaner Waldgarten am Wahlebach, Kassel

www.connecting-eco.com  +  www.instagram.com/connecting_ecosystems/

(Film-Dokumentation aus Dhaka siehe > https://essbare-stadt.de/wp/medien/filme/ ,              für Presseberichte zum Projekt bitte hier ganz runterscrollen)

CONNECTING ECOSYSTEMS ist die Weiterführung des während der documenta fifteen (d15) 2022 entwickelten internationalen Lumbung Netzwerks (https://documenta-fifteen.de/lumbung/). Wir präsentieren kollektive künstlerisch-aktivistischer Positionen zu sozial-ökologischen Themen und pflegen die im Sommer 2022 entstandenen Freundschaften zwischen internationalen künstlerisch-aktivistischen Kollektiven. Im Sinne des d15-Mottos “Make friends not art” (nongkrong) bedeutet das, sich Zeit zu nehmen für das gegenseitige Kennenlernen, gemeinsame Gespräche und solidarisches Teilen, um damit Kapazitäten für den sozial-ökologischen Wandel zu bündeln.

Auf einer 3-monatigen Reise nach Indonesien und Bangladesch (Nov. 23 – Feb. 24) hat das Projektteam der Essbaren Stadt Kassel (Amber Theisen, Ella von der Haide und Karsten Winnemuth) mehrere Lumbung-Kollektive besucht. Sie haben in deren (Garten-)Projekten mitgearbeitet und eigene Filme, Musik, Performances präsentiert. Reise-Bericht weiter unten.

Das Kassler Ecosystem mit dem wir (Essbare Stadt e.V.) zusammen arbeiten besteht aus: Ook Visitor Center, Stadtteilzentrum Wesertor, Soziokulturzentren Werkstatt, Sandershaus, Schlachhof, Kulturfabrik Salzmann, GWÖ, Social Sculpture Lab, Materialverteilung, Ernährungsrat Kassel und Region e.V., Zukunftsdorf 22, heraku, WH22, Richard Bell, Bellina Erby, Stefan Nadolny, Ursel Schlicht und David Zabel vom Kulturbeirat der Stadt Kassel u.v.m.)

connecting ecosystems Veranstaltungen 2023-2025 in Kassel, Jakarta, Denpasar, Bogor, Jatiwangi (Indonesien) und Dhaka (Bangladesch)

Kassel:

2023

04.05.23 „Mapping / Kollektives Kritisches Kartieren“-Workshop, Ella von der Haide) Stadtteilzentrum Wesertor, Kulturzentrum Worm, ook visitor center

16.06.23. Radtour „Orte Erfahren – Menschen verbinden“

26.07.23 Konzert: Weltmusik-Kollektiv Embryo, GartenKulturBühne, ForstFeldGarten

01.09.23 Nonkrong, Netzwerktreffen im ForstFeldGarten

Indonesien:

Nov./Dez. 2023: 4 Vorführung von „Queer Gardening“ Film von Ella von der Haide mit Q&A (in JaF, Jatiwangi; Pesantren Ekologi Misykat Al-Anwar, Bogor, Bandung, Pasraman Air, Kembali Berdaya, Denpasar)

5.11.23 Workshop in Bogor: „How to create an audiowalk through the urban food system“ (Ella von der Haide)

20.11.23 Übergabe des Token-Steins für 16qm Perhutana Land für das ZukunftsDorf22, Karsten Winnemuth

2.11.23 „Miyawaki / Tiny Forest und Kompost“ Workshop in der Schule in Jatiwanig

5.12.23 „How to love your microbiome“ Workshop, Perhutana JaF, Jatiwangi (Ella von der Haide)

6.11.23 Pflanzaktion mit Einweihungszeremonie in Bandung, Masagi Cafè, Tunas Nusa Foundation

Bangladesch:

Aufbau eines Gemeinschaftsgartens in Bangladesch: Karsten Winnemuth und Amber Theisen

Performance und Ausstellung über connecting ecosystems und den errichteten Gemeinschaftsgarten Hasnabad  im Britto Space, Dhaka, Bangladesch (Karsten Winnemuth und Amber Theisen)

2024
5 Sendungen zu connecting ecosystems Freie Radio Kassel,
https://connecting-eco.com/audios/radio-forum-experimentell-01-09-24/).

24.02.24 „Reiseberichte mit Foto- und Videomaterial“, Werkstatt, 19.04.24 Stadtteilzentrum Wesertor, 15.05.24 Losseschule).

22.06.24 „Garten-ZusammenKUNFT -Netzwerktreffen aller Kasseler Gemeinschaftsgärten“

Sommer 2024 „Artists in Residence-Programm“ für die MD Khairul Alam und Kazi Sydul Karim vom Britto Arts Trust, Bangladesch, Bellina Erby vom Selarasa-Kollektiv Jakarta Inddonesien.

02.08. bis 06.10.24 offene Gartenküche jeden Freitag wurde die Ernte aus Kasseler Gemeinschaftsgärten gemeinsam gekocht im Soziokulturzentrum Werkstatt

17.08.24 Gartenfest, Gemeinschaftsgarten am Huttenplatz

20.08.24 „Chancen und Herausforderungen des Lieferkettengesetz“ Vortrag Nadja Ahmad (Ev. Akademie Hofgeismar)

21.08.24 „Music for the Soil“, Konzert STROM + LAIR aus Jatiwangi

22.08.24 Konzert LAIR Boreal/Schlachthof

23.08.24 „W.A.L.D. – Post-anthropozentrischer Zirkus“ Ella von der Haide und Jana Korb, Hessenschanze

23.08.24 „Begegnung mit dem Unbekannten“, Social Sculpture Lab Dialogformat

31.08.24 „Bambus-Workshop“ Tuso Kazi Sydul Karim, Rotenditmold

01.09.24 „Mikrobengottesdienst im Garten der Neue Brüderkirche“ (Stefan Nadolyn, Ella von der Haide, Karsten Winnemuth)

03.09.24 „Letter to Nature“ Shada Khairul Alam, ForstFeldGarten

07.09.24 Ausstellungseröffnung „connecting ecosystem“ Museumsnacht, mit Performances + Karaoke

08.09. – 5.10.24 Ausstellung connecting ecosystem Kulturzentrum Werkstatt und im Gemeinschaftsgarten Huttenplatz

17.+18.09.24 Bambus-Workshop, Tuso Kazi Sydul Karim Waldgarten Wahlebach

21.09.24 Herbstfest ForstFeldGarten mit Konzert Diego Jascalevich

04.10.24 Filmabend rooting, Shada Khairul Alam, Amber Theisen

05.10.24 Finissage mit Performance

Okt. 24 Wiederaufbau der Bambus-Strukturen von Britto Arts Trust (Bangladesch) im Urbanen Waldgarten Waldau

2025

03.08.25 Konzert GartenKulturBühne, ForstFeldGarten mit LAIR, Jatiwangi, Indonessien,

Lair GartenKulturBühne 3.8.25

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Ausführlicher Bericht zur Reise:

In Jakarta haben wir schwerpunktmäßig mit dem Kollektiv Selarasa (Teil des documenta 15-Kollektivs Gudskul) zusammengearbeitet. Selarasa verbindet ca. 20 urbane Landwirtschaft- und Gartenprojekte zu einem Food-Hub-Netzwerk und schafft Wissens–, Material-und Produktkreisläufe zur Stärkung einer nachhaltigen lokalen Lebensmittelproduktion. Wir haben hier diverse Best Practice Projekte (u.a. Food Forest, Dachgarten-Produktion, Aqua+Hydroponic) besucht und ausführliche Interviews mit den Protagonisten aufgezeichnet. Nach Evaluation der Bedürfnisse aus dem Netzwerk hat Ella von der Haide einen eintägigen Workshop „How to create an audiowalk through the urban food system“ zur Umsetzung öffentlichkeitswirksamer Formate für Teilnehmer aus den verschiedenen Gartenprojekten durchgeführt. Unsere Erfahrungen im Selarasa-Netzwerk inspirieren eine Stärkung des Gartennetzwerks in Kassel und bilden die Grundlage für einen engen Austausch zwischen Kassels und Jakartas Gemeinschaftsgärten und ihren Initiativen. Ebenfalls in Jakarta haben wir zum Thema „Sinking Cities“ recherchiert und Projekte zur küstennahen Pflege und Aufforstung von Mangrovenwäldern besucht, sowie die direkten Auswirkungen der Schwere der Betonstadt in Kombination mit dem steigenden Meeresspiegel dokumentiert.

Akteure Selarasa-Gartennetzwerk Jakarta

Nahe Bogor (südlich von Jakarta) haben wir an einem Workshop zur Herstellung des indonesischen Nationalgerichtes Tempeh in der öko-Schule: Pesantren Ekologi Misykat Al-Anwar teilgenommen. Wir haben Pionier-Projekte der Solidarischen Landwirtschaft in Indonesien (RoknRol-Farm und Karma Bumi) besucht, auch um Erfahrungen und Kontakte zu diesem ökonomischen Modell im Verlauf der Reise weiterzugeben. Auch hier haben wir ein Interview aufgezeichnet.

RoknRol-Farm nahe Bogor

In Jatiwangi haben wir zur Weiterentwicklung des Perhutana-Projekts gearbeitet, indem wir unseren Blick auf den Aufbau eines humusreichen, lebendigen Boden – die Grundlage zum erfolgreichen ökologischen Wandel – konzentrierten. Dazu haben wir für Mitglieder der Jatiwangi Art Factory zwei Workshops („How to invite our Micorobial Ancestors. Basic ecology to understand the importance of soilmicorbes, biomas and composting for organic agriculture and to meliorate degradet soils“), ein Expertengespräch organisiert und sind mehrfach die Fläche zusammen begangen um vor Ort die Erde zu untersuchen. In vielen Veranstaltungen und Gesprächen haben wir wertvolle Einblicke bekommen in das beeindruckende Spektrum, die Ausstrahlungskraft und die künstlerischen Strategien (strukturelle Einbeziehung der Bevölkerung, des Bildungssystems, der Traditionen und der politischen Ebene), die das Wirken des Jatiwangi Art Factory-Kollektivs kennzeichnen. So haben wir an einer Grundschule einen kindgemäßen Workshop „Nutritional Circle in Nature, Basic Ecology to understand the importance of biomas and composting“ durchgeführt und in mehrtägiger Arbeit einen Tiny Forest (Miyawaki Forest) angelegt sowie an der Verteilung von Jungbäumen in der Nachbarschaft zum 8 Hektar großen, aufzuforstenden Perhutana-Areal und der damit verbundenen Zeremonie mitgewirkt. Unsere Arbeit in Jatiwangi ist im Jahresbericht über Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen in West Java (Anhang) dokumentiert, darin auch ein eigener Beitrag auf Seite 25. Über die Aktion gab es auch einen Bericht im indonesischen Fernsehen. Darüber hinaus haben wir im Umland von Jatiwangi Landbauprojekte besucht und neue Freundschaften geschlossen u.a. mit dem ROEM-Institut (Bienen-Kultur) und den Kulinarik- und Klangkünstlern von Tiny-Uh, mit denen wir Videoarbeiten geschaffen haben.

Tiny Forest Pflanzung Jatiwangi Grundschule

In Bandung haben wir mehrere urbane Gartenprojekte besucht, stetigen Austausch von Saatgut befördert und insbesondere eine nachhaltige Verbindung zur Tunas Nusa Foundation (https://www.tunasnusa.org/) aufgebaut, eine Stiftung mit Expert*innen-Pool, die Umweltbildung und ökologische Klimaanpassungsmaßnahmen in West-Java koordiniert und umsetzt und so auch das Perhutana-Projekt in Jatiwangi fördert. Zusammen haben wir öffentlichkeitswirksam im Masagi-Garten-Cafe einen weiteren Tiny Forest gepflanzt, auch hierüber gab es eine TV-Reportage. Ebenfalls aus Bandung bringen wir sehr spannende und überraschende Geschichten über die Verbindungen der dortigen Musikszene zu Umweltschutz und Landschaftsökologie in Formen von Tonaufnahmen von gemeinsamen Jam-Sessions mit der Band Karinding Keos und einem durch unser Projekt initiierten öffentlichen Talk mit lokalen Experten mit.

Nahe Yogyakarta haben wir das Bumi Langit Permakultur Institut besucht, lange und inspirierende Gespräche mit dem indonesischen Permakultur-Pionier Iskander Waworuntu aufgezeichnet und viele best-practice Aspekte für tropischen Landbau gesammelt und im Verlauf mit weiteren Initiativen geteilt. Desweiteren haben wir in Indonesien an 4 verschiedenen Orten Filmvorführungen mit anschließendem Gespräch organisiert, bei denen der Film „Queer Gardening“ aus Ella von der Haides Reihe „Eine andere Welt ist pflanzbar“ gute Resonanz erzeugte.

Der kurze Zwischenstopp in Singapur ließ genügend Zeit, uns auf Hinweis der Tunas Nusa Foundation mit dem Projekt Edible Garden City zu vernetzen, die als Bildungszentrum auch erfolgreich ausstrahlen durch Dachgarten-Begrünungen und ökonomisch einträgliche Produktion von Microgreens. Hier wie auch auf anderen Stationen der Reise haben wir eine Partnerschaft mit dem Internationalen Edible City Network (https://www.edicitnet.com/) angeregt.

Edible Garden City Singapur

Dhaka, Bangladesch – Als Artists in Residence haben wir den Januar 2024 in Zusammenarbeit mit dem Kollektiv Britto Arts Trust in Dhaka verbracht. Gegen Ende der Reise und mit den Ressourcen des Kollektivs war der Drang nach einer größeren praktischen Arbeit groß, weshalb wir uns dazu entschlossen, über einen Monat hinweg einen Community Garden im öffentlichen Raum in Dhaka zu etablieren. Dazu haben wir zusammen mit den Kindern der Nachbarschaft den Ort von Plastikmüll befreit, acht Hochbeete gebaut, bepflanzt und Sitzstrukturen installiert. Während des täglichen gemeinsamen Arbeitens wurden ebenfalls Events für die Nachbarschaft angeboten, um den Treffpunkt eng sozial in die Gemeinschaft einzubinden: So wurde das Pflanzen als Feier zelebriert und mit einem Origami-Workshop für die Kinder eingeleitet. Auch hat die lokale Organisation Jolputul Puppets nach der Fertigstellung des Gartens in einem Workshop gezeigt, wie man aus einfachem Plastikmüll Handpuppen basteln kann und die gemeinsame Arbeit im Garten mit Input der Kinder in einem Theaterstück umgesetzt. Die enge Arbeit mit der Gemeinschaft im Garten wurde in einer gut besuchten Ausstellung im Britto Space (Galerie in Dhaka Mitte) vom 26-31. Januar aufgearbeitet und präsentiert. Teil des Programms war ein öffentlicher Dialog mit Architekten, Stadtplanern und Künstlern über die Problematik der schnellen Urbanisierung und über weitere Ansatzpunkte für eine resiliente, „essbare Stadt“ Dhaka. Tatsächlich wurde aus dem Kreis dieser Stadtplaner und Landschaftsarchitekten im Okt. 2024 ein Projekt zur Anlage einer öffentlichen Grünanlage mit Nutzpflanzen begonnen.

Eröffnung Gemeinschaftsgarten Hasnabad, Dhaka

Film über die Entstehung des Gartens in Dhaka: https://youtu.be/F-oMPk0-IWg?si=54lKeExok192iCUT

PRESSE-BERICHTE zu connecting ecosystems